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Aufschieberitis - Das allseits bekannte Studentensyndrom

Aktualisiert: 3. Dez 2019

Wenn Dich der Staub auf dem Schrank neben deinem Schreibtisch anfängt zu stören, obwohl er das die letzten Wochen noch nicht getan hat, weißt Du es ist wieder Prokastinationszeit – die Lieblingszeit des Studenten.

Das allseits bekannte Studentensyndrom

Wir alle kennen das, mitten in der Klausurenphase gibt es eigentlich nur eine Priorität: Wir sollten lernen - und trotzdem lassen wir uns von jeder Kleinigkeit ablenken. Wir finden eine Menge anderer Dinge während des Lernens, die uns in diesem Moment wichtiger erscheinen und die unbedingt erledigt werden müssen. Dies ist das Phänomen des Prokrastinierens, auch gerne mal „Aufschieberitis“ genannt. Als Studenten durchleben wir mehrmals im Jahr die Prüfungsphase und befinden uns dabei oft in einem Zwiespalt: Sollen wir lernen oder doch manchmal unserem Bedürfnis nach Spaß und Freizeit nachgehen? Wir wissen, dass wir uns in der Phase vor Klausuren wenige Dinge erlauben können, die uns wirklich Spaß machen und viel Zeit in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund entscheiden wir uns gegen beides: Spaß und Lernen. Stattdessen suchen wir uns Tätigkeiten, die zwar auch keinen Spaß machen, aber immer noch besser sind als Lernen. Das ist aus unserer Sicht auch völlig ok so.


Das kann ich noch morgen machen…

Du startest einen Serienmarathon bei Netflix – noch 4 Wochen zur Klausur. Du gehst extra lang und täglich frisch einkaufen – noch 3 Wochen zur Klausur. Du gehst Deinem Hobby nach und triffst Freunde – noch 2 Wochen zur Klausur. Du schaust lustige Katzenvideos bei YouTube und Instagram – noch 1 Woche zur Klausur. Du putzt ausgiebig deine Wohnung – jetzt hast Du alle wirklich „wichtigen“ Dinge erledigt und schon steht die erste Klausur an. So war das aber nicht geplant…

Viele von uns Studenten beginnen in der Klausurenphase gerne, die Sportlerkarriere zu starten, Wäsche zu waschen oder nach einer halben Ewigkeit mal wieder die zu Fenster putzen. Oft verbringen wir auch unsere Zeit damit, allen Menschen in unserem Umfeld, ob sie es wissen wollen oder nicht, zu erzählen, wie viel wir doch eigentlich zu tun haben und dass wir gar nicht wissen, wann wir das alles erledigen sollen. Also irgendwie finden wir immer einen Weg, uns selbst vom Lernen abzuhalten. Aber sind wir doch einmal ehrlich: Die Zeit, die wir damit verbringen, uns bei anderen darüber auszulassen, dass wir so viel zu tun haben, können wir eigentlich auch fürs Lernen nutzen, oder?


Aber warum machen wir das eigentlich - aufschieben?

Viele Menschen können unter Druck einfach besser arbeiten und lernen, anstatt schon zwei Monate vorher anzufangen. Wir empfinden die Phase dann als kürzer, was ja logisch ist, da wir uns nicht länger als nötig dem direkten Stress des Lernens aussetzen wollen. Wir setzen uns natürlich ungern mit eventuellen Versäumnissen während der Vorlesungszeit auseinander, wenn mal wieder die Party am Vorabend besser war als die Uni am nächsten Morgen. Oft wollen wir uns auch nicht eingestehen, dass wir noch Lücken haben oder Dinge vielleicht noch nicht so gut können und genau das versuchen wir mit Aufschieben von Arbeiten zu verdrängen. Natürlich können wir auch alles in einer Woche in unser Kurzzeitgedächtnis prügeln. Das denken wir zumindest. Jedoch ist es genau das, was uns das Gefühl gibt, permanent gestresst zu sein.


Jeder hat sie, jeder führt sie, jeder ignoriert sie: To-Do-Listen - dennoch sind sie hilfreich!

To-Do-Listen haben oft einen schlechten Ruf, weil man besonders gerne banale Dinge, wie z.B. Müll rausbringen, aufschreibt, um sie abzuhaken und sich danach besser zu fühlen. Und wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, funktionieren sie meist nicht so gut, weil uns ihre Struktur fehlt, denn gute Listen brauchen Zeit und Überlegung. Aber trotzdem sind sie wichtig, um unseren Lernablauf grob zu regeln und einen Überblick zu haben, was noch vor uns liegt. Denn ist es nicht ein schönes Gefühl am Ende des Tages fast alles abgearbeitet zu haben?


Besonders gut funktionieren Listen in Form eines Wochenplans. Ich persönlich erstelle mir für jede Woche einen Plan (kann auch ganz leicht in Excel gemacht werden) mit den wichtigsten Aufgaben, die ich erledigen möchte. Somit habe ich eine Übersicht, wann ich was zutun habe und für mich gestaltet sich das Aufschieben so schwerer, als wenn ich mir nichts aufschreibe. Dennoch sollten wir dabei keine Listen unterschiedlicher Kategorien miteinander vermischen. Also erstelle eine einzige Liste für die Uni, Haushaltstätigkeiten werden auf eine neue Liste geschrieben.


Aber nur mit diesen wunderbaren To-Do-Listen lässt sich die Prokrastination nicht verhindern. Mein erster Tipp für Dich ist, erst einmal mit Arbeiten anzufangen, die am Dringendsten erledigt werden müssen. Das ist leichter gesagt als getan, aber so ist es beim Sport ja auch immer wieder und wie oft merken wir, dass man sich danach viel besser fühlt? Setz Dir dabei realistische Ziele. Außerdem musst Du lernen, auch mal nein zu sagen, vor allem zum Handy, denn wenn wir ehrlich sind, verbringen wir damit doch die meiste Zeit, wenn wir eigentlich versuchen wollen zu lernen. Und schwupps, ist ein Tag von 24 Stunden schon wieder rum. 


Im Endeffekt musst Du Dich fragen: Warum schiebe ich eigentlich alles auf? Darauf gilt es eine Antwort zu finden und das Problem gezielt anzugehen. Es ist außerdem wichtig, selbst zu wissen, wie viel Zeit Du fürs Lernen brauchst, denn das ist ja bei jedem unterschiedlich. Die passenden Lerntipps dazu findest Du hier.


Also, überwinde Deinen inneren Schweinehund und Deine Noten werden es Dir danken. 😉

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